Der GEHWOL Diabetes-Report 2019

Bei Diabetes auf
gepflegte Füße achten

Derzeit gibt es in Deutschland etwa sieben bis neun Millionen Diabetiker. Mit der sogenannten Zuckerkrankheit gehen verschiedene Folgeerkrankungen einher. Eine der häufigsten: das Diabetische Fußsyndrom (DFS). Etwa alle 17 Minuten muss aufgrund dieser Komplikation bei einem Diabetiker eine Amputation des ganzen oder von Teilen des Fußes durchgeführt werden. Das sind 30.400 im Jahr, zwei Drittel aller Amputationen in Deutschland. Grund genug, um Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Ein großes Problem ist, dass jedem dritten Diabetiker das Risiko gar nicht bewusst ist. Doch wie entsteht dieses Aufklärungsdefizit und – vor allem – wie lässt sich dem entgegenwirken? Der aktuelle GEHWOL Diabetes-Report beleuchtet die derzeitige Praxissituation.

Noch immer ist die Zahl der nicht oder nur unzureichend aufgeklärten Diabetiker viel zu hoch. 33 Prozent der Diabetiker wissen nicht, dass sie etwas für ihre Füße tun müssen. Dabei gibt es einen klaren Plan. Sobald Diabetes bei einem Patienten diagnostiziert wird, soll er eine Schulung erhalten und lernen, seine Füße zu kontrollieren und verletzungsfrei zu pflegen. In Deutschland betrifft dies sechs bis acht Millionen Diabetiker. So sieht es die nationale Versorgungsleitlinie für den Diabetischen Fuß vor, die zur Zeit überarbeitet wird. Doch die Realität sieht anders aus.

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Was tun gegen mangelndes Risikobewusstsein?

Bei der Erstdiagnose klären immerhin 61 Prozent der Ärzte über die Fußpflege zuhause auf, der Rest tut dies jedoch erst bei auffälligen Hautproblemen oder mangelnder Fußhygiene. Allerdings sind Ärzte nicht allein für die Fußgesundheit ihrer Patienten verantwortlich. Vor allem Podologen und Diabetesberatern kommt eine aufklärende Rolle zu. Jedoch nur etwa jeder zweite Diabetiker ist in podologischer Versorgung und/oder erhält eine spezifische Schulung bei einem Diabetesberater. Das hat Gründe: Anspruch auf medizinsiche Fußpflege haben Diabetiker erst, wenn bereits Hautproblematiken am Fuß vorliegen. Und bei den Diabetesberatern mangelt es an fußfachlicher Fortbildung. Ärzte sehen vor allem hier Verbesserungspotenzial: Podologische Versorgung generell ab Erstdiagnose und für die Berater mehr Fuß-Fortbildungen!

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Wie entstehen eigentlich Fußprobleme?

Bei Diabetes kann es passieren, dass der Zucker die unterschiedlichen Funktionen der Nervenendigungen stört. Dazu gehört unter anderem die Durchblutung der Haut (Mikroangiopathie). Ist die Haut nicht mehr gut durchblutet, wird sie trocken oder rissig (Schrunden). Zumal durch die gestörte Nervenfunktion auch die Schweißbildung sowie die Bildung der schützenden Haut-Lipide (Fette) abnehmen kann. Lastet Druck auf den Füßen, weil etwa die Schuhe für Diabetiker nicht geeignet sind oder weil die Gelenkmobilität nicht mehr richtig gegeben ist, bilden sich Hornhaut-Schwielen. Auch kann die Haut anfällig werden für Infektionen. In der Folge können sich Wunden bilden – das sogenannte Diabetische Fußsyndrom. Gefährlich sind solche Wunden besonders dann, wenn Füße und Beine schlecht durchblutet sind (Makroangiopathie). Diese Durchblutungsschwäche kann ebenfalls Folge eines schlecht eingestellten Diabeties sein und die Wundheilung beeinträchtigen.

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Wie sieht es mit der Prävention aus?

Hautprobleme wie trockene Haut, Schwielen, Schrunden oder entzündungsanfällige Haut sowie deren Ursachen, insbesondere mangelnde Durchblutung und mangelnde Versorgung der Hautbarriere mit Feuchtigkeit und Lipiden, sind typische Symptome bei Diabetes. Ein weiteres Problem ist die Druckbelastung. Zentrale Anlaufstellen für die Prävention sind Podologen. Aber auch Orthopädieschuhmacher und Diabetesberater. In der Realität kommen diese Einrichtungen oft nicht oder nicht früh genug zum Einsatz. Zum Beispiel ist die Druckentlastung durch spezielle Schuhe oder Schuhzurichtungen von essenzieller Bedeutung. Aber noch nicht einmal jeder vierte Diabetiker erhält eine solche orthopädieschuhtechnische Versorgung. Bei der medizinischen Fußpflege ist es nur jeder zweite – vielfach erst dann, wenn erste Probleme am Fuß auftreten. Diabetesberater sind als erste beratende Anlaufstelle nach dem Arzt wichtige Weichnsteller. Doch bei weitem nicht jeder Diabetiker erhält eine Schulung.

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Natürlich ist es in erster Linie wichtig, dass der behandende Arzt die Füße regemäßig kontrolliert und eine Risikodiagnostik durchführt. Abhängig von den verschiedenen Risikofaktoren wie Nervenstörungen, Mangeldurchblutung oder bereits Erfahrung mit Fußwunden sollten Diabetiker gegebenenfalls mehrmals pro Jahr zum Fuß-Check bei ihrem Arzt gehen. Leider gibt es Patienten, die das nicht so genau nehmen. Ärzte berichten, dass jeder sechste ihrer Patienten Vorsorgeuntersuchungen nicht oder nicht regelmäßig wahrnimmt. Das ist nicht ungefährlich, da der Arzt feststellen kann, ob bestimmte Risiken für eine Fußschädigung bestehen.

Auch selbst können Diabetiker einiges tun

Diabetiker sollten ihre Füße täglich abends bei guter Beleuchtung ansehen. Sind Druckstellen sichtbar, Schwellungen, Rötungen oder Verletzungen? Spätestens jetzt sollte ein Arzt oder Podologe konsultiert werden – bei einer Wunde auch eine stationäre Fußambulanz in der Klinik. Damit es soweit nicht kommt, können Diabetiker durch regelmäßige Fußpflege ihre Fußgesundheit unterstützen. Dazu gehört tägliches Eincremen zum Schutz vor Hauttrockenheit, Hornhaut, Schrunden oder Entzündungen.

Apotheken und Fußprofis helfen bei der Produktauswahl

Medizinisches Pflegekonzept für Diabetikerfüße

Haut ist nicht gleich Haut. Bei Diabetes entsteht leicht eine Kaskade, bei der unterschiedliche Hautprobleme auftreten können. Trockene Haut führt unter Druck zu Schwielen oder Hornhaut. Ist die Hautbarriere nicht mehr intakt, entsteht sensible Haut mit typischen Symptomen wie Rötung und Juckreiz. Für jedes Stadium dieser Kaskade gibt es spezialisierte Produkte aus der Apotheke oder vom Fußspezialisten. Kennen Sie diese Probleme auch. Finden Sie ganz leicht heraus, welches der gezeigten GEHWOL-Produkte für Sie in Frage kommt. Einfach mit der Maus die Zusatzinformation anzeigen lassen.

Quellen

  • GEHWOL Diabetes-Report 2019/2020
  • (N = 3.119 Diabetiker via 123 Ärzte)